Seit Generationen besteht in Oberneunforn die alte Tradition des Hochzeitschiessens. Die ledigen Männer des Dorfes konnten jeweils nach der Konfirmation an diesem Anlass teilnehmen. Zur Aufnahme bei den Hochzeitsschützen musste das neue Mitglied den Taus bezahlen, der aus mindestens einem Doppelliter Wein bestand. Danach war er vollwertiges Mit­glied und wurde von den Älteren in die verschiedenen Tätigkeiten eingeführt.

 

Das Schießen findet noch heute nach der alten Methode statt. Mörser werden mit Schwarzpulver geladen und mit Papier und Lehm verdämmt. Die Zündung erfolgt mittels einer langen Stange, die in einem großen Feuer glühend gemacht wurde. Seit jeher wurden die Mörser auf dem Schlossbuck gezündet, jeweils in Serien zu fünf Schüssen.

 

Am Tag der Hochzeit eines Oberneunforner Junggesellen werden Serien zu verschiedenen Zeiten geschossen: Um 05.00 Uhr. beim Betreten und Verlassen des Zivilstandsamtes und der Kirche. und bei einer evtl. Rückkehr ins Dorf. Weder Regen noch Schnee oder Kälte sind Hinderungsgründe für diesen Anlass.

 

Am Tag vor der Hochzeit holen die Hochzeitsschützen beim heiratenden Oberneunforner Holz ab. das sie für das Feuer benötigen. Daneben gibt dieser normalerweise einiges an Wein und einen Beitrag an die Kosten für das Schwarzpulver an die Schützen ab.

 

Neben dem Schießen haben die Junggesellen aber auch die Frauen nicht vergessen. Wird eine Oberneunforner Frau von einem Auswärtigen geheiratet. so wird von diesem ein symbolischer Kaufpreis. meist in Form von Wein, eingefordert. Zur Hochzeit einer Frau wird hingegen grundsätzlich nicht geschossen.

 

Dieses Brauchtum soll nun von einem neu gegründeten Verein weitergeführt werden. Dessen Statuten sind im Sinne des alten Brauches erstellt worden und mit weiteren Tätigkeitsgebieten ergänzt worden.